Irgendwo im Nirgendwo

Wiederaufnahme der Arbeit als „antifa en détail“

Nach längerem Schweigen und Untätigkeit unsererseits haben wir uns aufgerafft und zusammengesetzt, um wieder eine aktionsfähige Gruppe bilden zu können. Wir wollen mit neuer Motivation die Arbeit wiederaufnehmen. Wir haben uns Gedanken gemacht, woran wir gescheitert sind, versuchen daraus zu lernen und möchten Einiges besser machen.

Unseren damaligen individuellen Ansprüchen konnten wir nicht gerecht werden, was uns nach intensiver Selbstreflexion dazu zwang, die Arbeit der Gruppe vorerst einzustellen. Es herrschte eine generelle Ratlosigkeit. Neue Impulse sind nötig, um der Lethargie, die uns umgibt, zu entfliehen.
Die aktuellen Verhältnisse sollten jede_n zum Handeln zwingen. Rechte Parteien sind europaweit auf dem Vormarsch, Angriffe auf Heime und Wohnung von Geflüchteten durch Rassist_innen sind Alltag geworden und die Linke schafft es nur in wenigen Punkten eine emanzipatorische Alternative aufzuzeigen.
Momentan beobachten wir, wie die Neue Rechte sich in der Parteienlandschaft der BRD etabliert und Wahlerfolge feiert. Sie nutzt den islamistischen Terror, um Ressentiments und den vorhandenen Rassismus der deutschen Gesellschaft zu kanalisieren. Der Ruf nach einem starken Staat ist so laut wie lange nicht mehr. Der autoritäre Charakter – nie wirklich abgelegt – erhält wieder Einzug in die deutsche Gesellschaft. Offensichtlich wurde dieser bei den letzten Wahlen und immer wieder auch auf der Straße verkörpert durch Faschist_innen und rassistische „besorgte Bürger“. Letztere versuchen sich immer wieder unter dem Deckmantel des Konservatismus zu verstecken, doch ist es nicht schwer den Kern der völkisch-reaktionäre Ideologie zu erkennen. Wie weit verbreitet diese sind, zeigte die viel beachtete „Mitte-Studie“ (Hierzu: „Heim und Suchung“ in konkret 8/2016 und „Kaum messbar“). Insgesamt findet diese Entwicklung nahezu überall in Europa statt. Ob nun der Front National in Frankreich oder die FPÖ in Österreich, überall kann eine Stärkung der reaktionären Nationalist_innen festgestellt werden. Es entsteht eine nationalistische Internationale, die bspw. jüngst den Brexit feierte.

Und was machen wir? In Zukunft möchten wir unseren Arbeitsschwerpunkt auf theoretische sowie praktische Antifa-Arbeit fokussieren. Hier ist es uns wichtig gegenüber neuen Impulsen offen zu sein. Kampagnen wie „Nationalismus ist keine Alternative“ sind sicherlich in manchen Punkten kritisierbar, aber schaffen es Standpunkte effektiv öffentlich zu machen und die gewollte gesellschaftliche Anerkennung zu erreichen, die es braucht. Die viel praktizierte und leider auch nötige „Feuerwehrpolitik“ hat bisher keinen gesamtgesellschaftlichen relevanten Erfolg im Kampf gegen Rassismus und rechte Kräfte gezeigt. Wir möchten ausbrechen aus einer Art Reaktionspolitik hinzu einer Agitationspolitik. Alternativen zu Rassismus und zuletzt auch Kapitalismus müssen aufgezeigt werden (Hierzu: „Ran an die Arbeit“). Gleichzeitig müssen Wohlfühlzonen den Rechten streitig gemacht und ihnen die Räume genommen werden. Hierzu möchten wir in einen gesamtgesellschaftlichen Diskurs einsteigen und uns mit einbringen. Beispielsweise Bündnisse sind ein Weg, um eine Basis zu schaffen, die zu Veränderung führt. Keineswegs wollen wir dort von unser linksradikalen Kritik abweichen.

Wir bleiben radikal und unbequem!

 

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