Gedanken zum 1000 Kreuze Marsch

Wir sind gegen “1000 Kreuze für das Leben” – deshalb:

Der religiöse Gebetszug “1000 Kreuze für das Leben”, der morgen, am 17. März 2018 in Münster stattfindet, ist ein Angriff auf das körperliche Selbstbestimmungsrecht von schwangeren Frauen und ein Symptom des antifeministischen Rollbacks. Hier erklären wir, weshalb:
Organisiert von der Initiative EuroProLife, demonstrieren an diesem Tag tausende von christlichen Fundamentalist_innen gegen das Abtreibungsrecht von Frauen und „beten“ dabei für die 1000 Kinder, die, ihrer Ansicht nach, an einem gewöhnlichen Arbeitstag in Deutschland abgetrieben werden. Diese Zahl ist allerdings völlig haltlos.

Auf ihrer Website hetzen sie gegen Abtreibungen, stellen die Evolutionstheorie in Frage und bieten „Hilfe“ für schwangere Frauen an die vor der Frage stehen, wie sie mit einer Schwangerschaft umgehen sollen. Dass diese Frage für sie nur eine Antwort kennt, ist auch klar. Für sie steht fest, Abtreibung ist Mord. Sie reden davon, dass das zweite Opfer einer Abtreibung immer die Frau ist und stellen absolut übertriebene und spekulative Theorien darüber auf, wie viele Frauen nach einer Abtreibung psychische Probleme entwickeln. Laut ihrer Aussage entwickeln 80 % aller Frauen nach einer Abtreibung das sog. „Post-Abortion-Syndrom“. Die Existenz dieses Syndroms ist sehr umstritten und einige Forscher_innen sind der Ansicht, dass dies eine Strategie von Lebensrechtsaktivist_innen ist, um Abtreibungen zu kriminalisieren. Es gibt eine Verbindung zwischen Abtreibungen und psychischen Problemen, aber die Tatsache, dass diese Initiative diese Daten verfälscht und missbraucht, um schwangeren Frauen Angst zu machen, ist moralisch absolut verwerflich. Hier dazu ein Zitat von ihrer Website:
„Es gleicht einer Zeitbombe, die ein Eigenleben führt und irgendwann zur Explosion kommen wird. Die seelischen Verwundungen gehen sehr tief, da die Abtreibung einen massiven Eingriff in die natürlichen Abläufe des weiblichen Organismus darstellt.“

Dass die psychischen Folgen einer Abtreibung und der gesellschaftliche Druck über dieses Thema zu schweigen, Hand in Hand gehen, lassen Abtreibungsgegner_innen außer Acht. Abtreibungen sind in Deutschland nicht legal, sie sind nur unter bestimmten Bedingungen straffrei. Wer „Abtreibung“ googlet, wird im Internet primär Informationen von Abtreibungsgegnern und christlichen Initiativen wie pro-leben finden. Der aus der Nazi-Zeit stammende Paragraph 219a verbietet es Ärzt_innen, Patientinnen auf ihren Websites ausreichend über das Thema zu informieren und ihre Leistungen in diesem Bereich zu thematisieren.

Wir finden, dass körperliche Selbstbestimmung auch bedeutet, nicht gezwungen zu sein, eine Schwangerschaft auszutragen. Wir finden, dass jede Frau das Recht dazu haben sollte, frei zu entscheiden, was sie mit ihrem Körper macht und auch zuverlässige Informationen darüber zu erhalten. Wir finden, dass es wichtig ist ein Zeichen gegen alle Abtreibunsgegner_innen zu setzen.
Gemeinsam mit anderen Gruppen aus NRW mobilisieren wir zu den Protesten gegen den 1000-Kreuze-Marsch.

Feminismus in die Offensive – Feuer und Flamme dem Patriarchat!

Share on FacebookTweet about this on TwitterShare on Google+Share on Tumblr
This entry was posted in Demonstration, Feminismus and tagged . Bookmark the permalink.