Gedenken in Stolberg

Bericht zur Gedenkveranstaltung

In den letzten Wochen haben wir uns intern vermehrt mit dem Thema Antiziganismus beschäftigt. Anlass war die Ankündigung der Gruppe Z – Stolberg und des VVN-BdA Aachen am 2. August 2018 eine Gedenkveranstaltung für die ermordeten Sinti und Roma in Stolberg durch zuführen. Schon seit Mitte der 90er Jahre arbeitet und recherchiert die Gruppe Z zum Thema Verfolgung und Ermordung der Stolberger Sinti und Roma während der NS-Zeit. Dank ihrer unermüdlichen Arbeit wurde 1995 am Stolberger Hbf, Ort der jährlichen Gedenkfeier, ein Mahnmal für die 37 am 2. März 1943 verschleppten Stolberger Roma errichtet.  Im Jahr 2013 wurde das Mahnmal zu einer Steele aus Granit umgebaut. Dieses Jahr wurde die gesamte Anlage im Rahmen der Sanierung des Hbf neu gestaltet, sodass die Steele auf dem Gustav-Wassilkowitsch-Platz (benannt nach dem jüngsten ermordeten Stolberger Roma) besser zur Geltung kommt. 
Auch wir wollten einen Beitrag zu der diesjährigen Gedenkveranstaltung leisten und das Thema Antiziganismus und Ermordung der Sinti und Roma während der NS-Zeit thematisieren und in dem (linken) Diskursen sichtbar machen.

Aus diesem Grund organisierten wir am Mittwoch den 01.08 einen Vortrag im Rhizom 115, welcher von ca. 25 Menschen besucht wurde. Worum es in dem Vortrag ging könnt ihr hier nachlesen. Für den nächsten Tag wurde ein öffentlicher Zugtreffpunkt auf Facebook beworben, um gemeinsam aus Aachen nach Stolberg zur Gedenkveranstaltung zu fahren.  Zum Gedenken selber kamen ca. 60 Personen, davon eine handvoll Menschen, die mit uns aus Aachen angereist waren. Aus unserer Sicht war die Gedenkfeier sehr bewegend und ergreifend. Verschiedene Personen verlasen persönliche Texte einzelner Sinti und Roma, welche über das Erlebte während der NS-Zeit berichteten. Neben diesen Texten wurde noch Grußwörter verlesen, sowie Texte welche die aktuellen Diskriminierung von Sinti und Roma in den Länder des Balkans thematisierten, sowie die aktuelle Abschiebepraxis der BRD und des Landes NRW kritisierten.  Zwischen den einzelnen Texten wurde thematisch passende Musik gespielt. Beendet wurde die Gedenkfeier mit der Niederlegung roter Nelken. 

Nicht verbergen möchten wir unsere Enttäuschung über die hiesige linksradikale Szene, welche ihr Desinteresse an dem Themenkomplex „historische und aktuelle Romfeindlichkeit“ kaum besser zeigen konnte, als durch die demonstrative Abwesenheit der sich ihr zurechnenden Personen. Da wir uns auch zu dieser Szene rechnen, werden wir mögliche Fehler unsererseits intern diskutieren und an zukünftigen Mobilisierungen anders herantreten. Wir möchten der Gruppe Z – Stolberg und dem VVN -BdA die jahrelange Arbeit und den Mühen der Organisierung des Gedenken danken!

 

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